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Größere stromlose 2-stufige „linux“ SEIDEL- PKA's nach DWA A 262, „EINFACHE“ Orts-Kläranlagen für Mischwasser, GKl. 1-2,

basierend auf den Entwicklungen von Dr. Käthe SEIDEL, für ~4 - 5.000 EW

  grobes Beispiel mit Kostengrobes Beispiel mit Kosten

Ort: Couzeix bei Limoges, Frankreich: http://goo.gl/maps/UWKmD

Längsschnitt:

 


 

Bildquelle: Stadt Plön, Käthe Seidel in den ~1940-1950Bildquelle: Stadt Plön, Käthe Seidel in den ~1940-1950 Bildquelle "Archiv der Max-Planck-Gesellschaft, Berlin-Dahlem"
Käthe Seidel in den 1970er Bildquelle "Archiv der Max-Planck-Gesellschaft, Berlin-Dahlem" Käthe Seidel in den 1970er

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dr. Käthe SEIDEL (* 1907 in Frankenstein, Erzgebirge, Sachsen; † 1990 in Krefeld),

entwickelte in den 1950-60’ern, die natur-nahe Abwasserschlamm-Vererdung auf bepflanzten „groben“ Kies-Beeten und die Abwasserklärung in bepflanzen Kies-Sand-Beeten, oft auch zusammengefasst Pflanzenkläranlagen (PKA’s) genannt, siehe Patent DE1210388B:

Verfahren zum Aufbereiten von Schlamm, insbesondere von Abwasser- und Industrieschlamm, und Anlage zur Durchführung des Verfahrens, vom 17.11.1964.

Ingenieurbüro Blumberg: „Auch die heute übliche intermittierende Beschickung vor allem bei constructed wetlands [PKA]  mit vertical subsurface flow [vertikaler Beet-Beschickung] wurde von Dr. Käthe SEIDEL in Form ihrer „Leiterkaskade“ erfunden, eine Versuchsaufstellung, die das Tidensystem (Ebbe und Flut) nachahmt und dadurch den Gasaustausch drastisch befördert. „Das „Auf und Nieder – Einatmen und Ausatmen – Belasten und Entlasten, das war es!“ (Seidel 1974). „In unserem Ebbe-Flut-System wird bei Ablaufen des aufgestauten Wassers Luft mitgerissen und besonders in die Wurzelräume eingezogen, wo sie den abbauenden Bakterien als Energiequelle dient“ (Seidel 1967).“

Das 2-stufige aerobe System ist seit der Nicht-Erneuerung der Patentrechte durch Frau Dr. SEIDEL, ein für alle Fachinteressenten offenes „Klär-System“, d.h. nicht mehr proprietär und nun „Stand der Technik“. Damit ist sichergestellt, dass Nutzer die Freiheiten haben, es zu verwenden, zu untersuchen, zu verbreiten (kopieren) und ändern zu dürfen, ähnlich dem offenen Computer-Betriebsystem LINUX („Open Source” - „Open Design“).

In diesem 2-stufigen 100% aeroben Klärsystem mit intermittierenden Roh-Abwasser-Beschickungen für Mischabwasser (Schmutz- und Regenwasser) oder aus der Trennkanalisation, wird in der 1. Stufe immer sofort mit der Ver-Erdung (Mineralisierung) des ankommenden (nicht angefaulten = „frischen“) sich absetzenden primären Klärschlamms auf den bepflanzten Kiesfilter-Schichten „begonnen“. Das so „vor-geklärte“ nicht angefaulte (gefilterte) Abwasser (das Sickerwasser aus der 1. Stufe) wird in der 2. Stufe mit Hilfe von sich natürlich bildenden BIOFILM auf den Sand-, Wurzel und Kies-Oberflächen, im Inneren der Filterschichten, der gut durchlüfteten bepflanzten Beete „geklärt“. Daher wird das System auch oft Biofilter oder Biosandfilter genannt.

Beruhend auf den Grundlagen der Entwicklungen von Dr. Käthe SEIDEL, fand vor allem seit Ende der 1980’er und Anfang der 1990’er Jahre in West-Europa und USA eine größere Verbreitung statt. Die meisten der größeren 2-stufigen vertikal beschickten Anlagen wurden bisher in Frankreich seit Anfang der 1990’er Jahre errichtet (mehr als 3.000), deshalb werden sie fast zurecht auch „Französische Klärsysteme “ genannt.

Vor dieser Zeit gab es auch „normale“ Fehlentwicklungen & Kinderkrankheiten, z.B. wurden fälschlich bindige Böden statt nur Sand und Kies in den bepflanzten Beeten verbaut, nur auf die „Kraft der Wurzeln“ vertraut, Hauptsache "Bio-ÖKO" und mit etwas Esoterik vermischt (man muss daran "glauben"...).  Auch einer notwendigerweise gut durchdachten Vorklärung (Vorbehandlung mit guter Zurückhaltung von Abfiltrierbaren Stoffen (AFS) via aerober oder anaerober Umwandlung des Abwasser-Primärschlamms, wurde Anfangs zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt!

In kurz, es kam zu irreparablen Verstopfungen (Kolmation) d.h. Totalverlusten von Klärbeeten, Geruchs-Emissionen und zu PKA-Image-Verlusten bei Abwasser-Fachkollegen und Anwohnern.

Ingenieurbüro Blumberg: „Man lernt u. a. daraus, wie viele Epigonen [m.e. selbsternannte PKA-Guru’s] die fundamentalen Grundkonzepte der eigentlichen ForscherInnen und EntwicklerInnen nur wieder-kauen und sich damit wichtig tun, obwohl ihr eigener Beitrag gering oder gleich Null ist.“

Aber, nur durch eigene Fehler lernt man selbst und Nichts ist von Anbeginn perfekt! Dieses auch durch die Empfehlungen der DWA A 262, mittlerweile technisch sehr robuste und sehr oft keine zusätzliche Energie verbrauchende (oft stromlose und sehr „einfache“) aerobe Klärsystem für Roh-Abwasser aus der Mischabwasser-Kanalisation, aber auch für Roh-Abwasser aus der Trennkanalisation, mit intermittierenden automatischen Beschickungen per Gefälle, wird in großer Anzahl weltweit in semi-zentralen und dezentralen Aufstellungen genutzt.

- Ein großes Beispiel für sehr Viele:  in Saudi Arabien für 7.500 m3/d Industrie- und häusliches Mischabwasser (stromlose anaerobe Vorklärung (ABR = 1 Stufe) und aerobe PKAs = 2. Stufe).

- Stromlose - aerobe Vorklärung (= 1.Stufe) und aerobe PKA (= 2. Stufe) in Frankreich:

   300 EW, Couzeix bei Limoges, häusliches Mischabwasser, 2011, alistep für ca. 150 TEURO: http://goo.gl/maps/UWKmD

   400 EW, Knoeringue, Elsass, häusliches Mischabwasser, 2005, sinbio für ca. 209 TEURO: google-maps

In der BRD im geringeren Umfang, vorwiegend im  Kleinkläranlagen-Bereich (KKA nach DWA A262 im einstelligen Prozent-Bereich) und zur naturnahen Ver-Erdung (aerobe Umwandlung) von Überschuss-Klärschlamm aus „technischen“ kleinen Kläranlagen in kleineren Orten.

- Ein kleines KKA-Beispiel für sehr Viele:  in Sachsen-Anhalt (stromlose anaerobe Vorklärung (ABR = 1.Stufe) und aerobe PKAs (= 2. Stufe) 6-8 EW für ca. 5 TEURO.

 

Hinweis: Die u.E. kostengünstigste Variante einer Orts-Kläranlage,  die 2-stufige stromlose PKA "braucht" immer den frischen fäkalen Feststoff-Transport durch das Kanalsystem, um auf der 1. Stufe einen Filterkuchen (ver-erdeter Primärschlamm) aufbauen zu können. Viele alte TOK-Mischwassersysteme sind aber nicht für den Transport fäkaler Feststoffe geeignet. Die dörflichen Kanal-Systeme wurden in der Vergangenheit in Bezug auf Material, Rohr-Rauhigkeit und Gefälle nicht nach DIN oder nach der ehemaligen TGL für das Schwemmen von fäkalen Feststoffen geplant. Daher können nicht immer einfache Mischwasser Ortskläranlagen, wie z.B. die 2-stufiges PKA-Systeme oder auch die klassischen Teichkläranlagen, nach vorhandenen Bürgermeister-Mischwasserkanal-Systemen (TOK) eingesetzt werden.  Die notwendigen Kanalsanierungskosten bzw. Kanal-Neubaukosten würden dann immer das Ausschluss-Argument für eine zentrale Abwasser-Entsorgung eines Ortes durch eine Mischwasser Orts-KA sein.  

 

Beautiful Bulrushes, Remarkable Reeds:
The Water Reclamation Miracles of Kaethe Seidel

Nachruf 1990 by

Elisabet Sahtouris, PhD
evolution biologist and futurist 
Gaia’s Dance (Kindle)  www.sahtouris.com

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At eighty-two, Dr. Kaethe Seidel, head of the former Limnology Group of the Max Planck Institute, long nicknamed Bulrush Kate ("Die Binzen Kaethe"), is a tough-minded, clear-thinking scientist with a remarkable record of pioneering work in a kind of biological wastewater treatment that should be far better known and used than is the case. In the course of a professional career spanning over sixty years, she has demonstrated the effectiveness of naturally growing plants in breaking down ballast substances, transposing toxic into non-toxic substances, destroying pathogenic bacteria, viruses and worm eggs, removing heavy metals, cleaning oil spills, removing salt, neutralizing pH, enriching with oxygen, transforming waste water into drinking water and replenishing groundwater --- all with photosynthesis as the sole energy source.

Scientists from NASA, from Japan, from many institutes worldwide who have discovered her [Dr. Käthe SEIDEL] work have visited her to learn more, yet there is relatively little followup given its scope and importance except for the remarkable installations for which she has been more or less directly responsible.

"Why," I asked her, as we sat in the huge old mansion that served as headquarters for the Limnology Group, in the midst of a nature preserve near Krefeld in Germany, where she now lives alone until her immanent eviction, due to sale of the property by the Max Planck Institute.

Her answer was telling. "Men always reach for technology, for development. They insist it will bring us to higher levels of progress. They haven't the patience to work with slow-growing plants, nor do they understand natural cycles as women do. They see my work as farming, not engineering, so they go away and return to their machinery."

"Wait till we run out of water," I countered. "They'll all come running to you then."

"It will be too late then," she said matter-of-factly in her rich, low register voice. "Neither these cabinets, nor the research reports in them, nor I, will be around."

[Sadly, yet perhaps predictably, Dr. Seidel passed away a few months after her eviction.]
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